Kirchenmaler Joseph Guntermann

Der Kirchenmaler Joseph Guntermann wurde am 7. April 1856 in Assinghausen/Hochsauerland geboren.

        

Als sein Hauptwerk gilt die Ausmalung der Kuppel der Aussegnungshalle des Münchener Ostfriedhofs mit dem "Himmlischen Jerusalem" mit etwa 260 Figuren in den Jahren 1896 bis 1900. Dieses Werk wurde leider im 2. Weltkrieg zerstört und auch nicht wieder hergerichtet.                           

Joseph Guntermann war dem Nazarenerstil verhaftet. Er gilt unter Fachleuten als einer der Ersten, die ihren Figuren "menschliche" Züge verliehen haben, so dass man sich mit diesen identifizieren konnte.

Neben großen und kleinen Gemälden in den verschiedensten Kirchen hat sich der Maler um die Kreuzwegkultur verdient gemacht. Seine Kreuzwege befinden sich u.a. in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Rumbeck/Arnsberg, in der Kirche St. Sebastian in Augsburg, im Patroklidom in Soest, in der Pfarrkirche St. Aloysius in Iserlohn und in der Pfarrkirche St. Walburga in Meschede.

      

Für seine Verdienste um die christliche Kunst wurde er von Papst Pius XI. zum Ritter des Gregoriusordens ernannt.                                             

Joseph

Joseph Guntermann starb am 5. Oktober 1935 in ärmlichen Verhältnissen in München. Er wurde auf deren Ostfriedhof begraben, auf dem Friedhof, für den er nach der Meinungvon Kunstkritikern "die schönste Leichenhalle Deutschlands" geschaffen hatte.                                  

                       

Der Verein Aktion Kreuzweg Assinghausen e.V. pflegt das Andenken an Joseph Guntermann und ist bemüht, die noch vorhandenen Werke zu dokumentieren.

Der Kirchenmaler Joseph Guntermann und seine Beziehungen zu seinem Heimatdorf Assinghausen

Bis in die 90iger Jahre des vorigen Jahrhunderts war das Dorf Assinghausen im Hochsauerland als "Grimmedorf" bekannt, benannt nach dem aus Assinghausen stammenden Heimatdichter Friedrich Wilhelm Grimme. Dann kamen die Bezeichnungen "Bundesgolddorf" und schließlich "Rosendorf" hinzu.

Für den Kirchenmaler Joseph Guntermann schien kein Platz zu sein, obwohl ihm ein gebührender Platz zugestanden hätte, wenn man sein Lebenswerk betrachtet und mit dem Lebenswerk von Friedrich Wilhelm Grimme vergleicht. Das muss einen Grund haben.

In der Abhandlung wird dieser Frage nachgegangen und gleichzeitig aufgezeigt, welche Beziehungen zwischen Guntermann und seinem Heimatdorf bestanden haben, was er für Assinghausen getan hat und umgekehrt, was Guntermann seinem Heimatdorf zu verdanken hat.

Durch Anklicken des nachfolgenden Schriftzuges lässt sich die Abhandlung öffnen. Sie kann herunter geladen und gegebenengalls auch ausgedruckt werden.

Josef Guntermann: Beziehungen zu Assinghausen

Kreuzwege von Joseph Guntermann

Das künstlerische Leben des Kirchenmalers Joseph Guntermann ist durch Kreuzwege gekennzeichnet, die er für die unterschiedlichsten Kirchen in unterschiedlicher Ausführung geschaffen hat.

Die Kreuzwege in der kath. Pfarrkirche St. Nikolaus in Rumbeck bei Arnsberg und von der kath. Pfarrkirche St. Katharina in Assinghausen

Der Kreuzweg in der kath. Pfarrkirche St. Nikolaus in Rumbeck bei Arnsberg ist die erste bekannte Arbeit von Joseph Guntermann. Sie entstand in den Jahren 1878 und 1879. Der Auftrag wurde von dem damaligen Rumbecker Pfarrer Behrens erteilt, der mit der Lehrerfamilie Grimme in Assinghausen eng befreundet war. Der Lehrer Joseph Grimme hatte frühzeitig die besondere Begabung Guntermanns zum Malen und Zeichnen erkannt und diese gefördert. Und so muss auch diese Beauftragung als besondere Förderung von Joseph Guntermann gesehen werden.

Der zweite von Joseph Guntermann geschaffene Kreuzweg stammt aus dem Jahre 1882. Er wurde für die sich im Bau befindliche neue Pfarrkirche St. Katharina in Assinghausen geschaffen, also für die Heimatkirche Guntermanns. Wer ihn dazu beauftragt hat, wo die Stationsbilder entstanden sind und was er dafür erhalten hat, ist nicht bekannt. Zeitlich fällt dieser Kreuzweg in die "Lehr- und Wanderjahre" Guntermanns, die er von 1880 bis 1885 im Wesentlichen mit Benediktinerpatres der Beuroner Schule in der Abtei Emaus in Prag verbracht hat.

Die neue Assinghauser Pfarrkirche wurde im Jahre 1882 vorläufig eingesegnet. Der Kreuzweg dürfte damit zu dem Zeitpunkt die wichtigste und ins Auge fallende Ausschmückung der Kirche gewesen sein.

Mitte der 50iger Jahre des letzten Jahrhunderts wurde der Guntermann'sche Kreuzweg als nicht mehr zeitgemäß aus der Assinghauser Pfarrkirche entfernt. Er ist heute in der kath. Pfarrkirche St. Patrokli in Soest zu finden.

In der Abhandlung über diese beiden Kreuzwege von Joseph Guntermann werden diese gegenüber gestellt undaufgezeigt, wie sich der Künstler in den wenigen Jahren zwischen ihrem Entstehen entwickelt und zu seinem besonderen Stil gefunden hat.

Durch Anklicken des nachfolgenden Schriftzuges lässt sich die zugehörige pdf-Datei öffnen und gegebenenfalls herunter laden.

Die Kreuzwege von Rumbeck und Assinghausen im Vergleich

Der Kreuzweg in der Kirche St. Sebastian in Augsburg

Einer der bedeutsamsten Kreuzwege ist in der Kirche St. Sebastian in Augsburg zu sehen. Joseph Guntermann schuf diesen Kreuzweg in den Jahren 1908 bis 1913 mit Temperafarben auf Leinwand.

Die nachstehende Abhandlung zeigt diesen Kreuzweg als pdf-Datei. Sie können diese durch Anklicken öffnen.

Der Kreuzweg in der Kirche St. Sebastian in Augsburg

„Die schönste Leichenhalle Deutschlands“              

                                                                                                                                     

„Die schönste Leichenhalle Deutschlands“, so wurde die Aussegnungsgalle des Münchener Ostfriedhofs von Kunstkritikern genannt. Die Kuppel dieser Halle zierte ein 628 m2 großes Gemälde des Assinghauser Kirchenmalers Joseph Guntermann, der dieses Werk mit der Bezeichnung: „Das himmlische Jerusalem“ mit mehr als 250 Figuren in den Jahren 1896 bis 1900 geschaffen hatte. Leider wurde das Gemälde bei einem Bombenangriff im Jahre 1944 unwiederbringlich zerstört.              

                                                                                                                                     

Die nachstehende Abhandlung beschreibt die Geschichte der Ausmalung und deren Ausführung anhand von zeitgenössischen Berichten und mit den einzigen bekannten Detail-Darstellungen aus den Jahren 1906 und 1917.                                                                                                                            

                                                                                                                                      

Nach einem Klick auf den nachstehenden Schriftzug wird die Abhandlung geöffnet, und Sie haben die Möglichkeit, diese zu lesen oder aber auch als PDF-Datei herunterzuladen. Haben Sie gegebenenfalls etwas Geduld, denn es kann einige Minuten dauern, bis die Abhandlung auf Ihrem Bildschirm erscheint.                                                                                 

                                                                                                                       

Abhandlung: Die schönste Leichenhalle Deutschlands